Schwertarten des Mittelalters

 

 

Einhänder

 

 

Als Kurzschwert wird ein einhändig geführtes Schwert mit kurzer Klinge zwischen 40 und 80 cm Gesamtlänge bezeichnet. Die Kategorie Kurzschwert ist fließend, da selbst lange Messer und Dolche bereits als Kurzschwert bezeichnet werden können.

 

 

 

 

 

Anderthalbhänder

 

 

 

 

Der Anderthalbhänder (auch Bastardschwert genannt) ist eine Bezeichnung für mehrere Typen des spätmittelalterlichen Schwertes. Es stellt im allgemeinen eine Übergangsstufe zwischen dem europäischen Kampfschwert und dem Langschwert dar, wobei der Begriff „Anderthalbhänder“ sich explizit auf die Länge des Griffes bezieht . Jene Bezeichnung ist aber im Großen und Ganzen modern, die zeitgenössische, historisch korrekte Bezeichnung für Schwerter war Schwert oder das lange Schwert, wobei der Unterschied zwischen „langen“ und „einhändigen“ Schwertern bis Mitte des 15. Jh. eher in der Art der Schwertführung als der tatsächlichen Klingenlänge bestand.

Anderthalbhänder sind eine Weiterentwicklung des bis dahin üblichen Einhandschwertes. Es entstand zunehmend die Notwendigkeit, ein größeres und somit effektiveres Schwert zu führen, welches der verbesserten Rüstungstechnologie des 13. Jh. gerecht werden konnte. Diese Schwerter erreichten oft eine Klingenlänge von bis zu 90 cm und zeichneten sich durch einen bis zu 30 cm langen Gehilz aus. Dadurch wurde es möglich, mit der zweiten Hand unterstützend den Knauf, den verlängerten Griff oder die Klinge zu packen. Sie unterscheiden sich deutlich vom Zweihänder, welcher außer der bis zu zwei Meter langen Klinge noch einen wesentlich längeren Griff besitzt. Diese frühen Anderthalbhänder werden in der zeitgenössischen Literatur meist als „Großschwert“ oder „Kriegsschwert“ bezeichnet.

 

 

 

 

Zweihänder

 

 

 

 

Als Zweihänder werden europäische Schwerter bezeichnet, die vorwiegend beidhändig geführt werden. Sie unterscheiden sich vom Anderthalbhänder  durch die bis zu zwei  Meter langen Klinge und einen noch wesentlich längeren Griff. Die ersten Zweihänder traten im hohen Mittelalter auf, doch ihre Blütezeit erlebte dieser Schwerttyp im späten Mittelalter.

 

Der Ritter

 

Ritter (mittelhochdeutsch: Reiter) ist die Bezeichnung für die wehrhaften, schwer gerüsteten, berittenen Krieger des europäischen Mittelalters.

Ab dem 11. Jahrhundert etablierten sich neben adligen  Grundherren auch unfreie Hofbeamte als Ritter. Sie gingen im 13. und 14. Jahrhundert im niederen Adel auf und wurden zum Kern des Ritterstandes. Im Hochmittelalter schufen sich daneben auch die ministerialen Geschlechter selbst oder sogar Klöster eigene Gefolgschaften, die sich als Ritter bezeichneten. Die meisten dieser Untervasallen  konnten sich jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht auf Dauer im Adelstand etablieren. Zahlreiche Burgställe im Umkreis von Burgen oder Ruinen zeugen bis heute von ihrer Existenz.

Im späteren Mittelalter war die „Ritterbürtigkeit“, also die Abstammung von adligen, ritterlichen Vorfahren meist Voraussetzung für die Aufnahme in den Ritterstand. In einem feierlichen Akt, ursprünglich der Schwertleite, später dem Ritterschlag, wurde man vom Herrscher oder einem anderen Adligen zum Ritter erhoben, vorausgesetzt man brachte die erforderlichen Merkmale und Qualitäten mit. Ab dem 13. Jahrhundert bildeten Ritter einen erblichen Stand. Die Anerkennung als Ritter durch Eintrag  in entsprechende Adelsregister konnte entscheidend dafür sein, ob ein Recht auf Sitz und Stimme im Landtag oder in einem Domkapitel bestand. Um die Anerkennung gab es erbittert ausgefochtene Rechtsstreitigkeiten wie den Erbmännerprozess.

Die meisten Adligen des Mittelalters waren keine Ritter. Aus finanziellen und familiären Gründen zogen es viele vor, zeit ihres Lebens Edelknechte , und damit ritterbürtige und waffentragende Krieger zu bleiben. Auch bei Hochadligen war die Ritterwürde keineswegs selbstverständlich. Manchmal wurde sie gegen Zahlung einer erheblichen Summe erkauft.

Besonders bei Turnieren wurde streng zwischen Rittern und Edelknechten unterschieden. So durften Ritter beispielsweise mit drei Pferden auf dem Turnierplatz erscheinen, Knechten wurden nur zwei zugestanden. Vor großen Schlachten versuchten viele Feudalherren die Kampfmoral Ihrer Truppen zu stärken, indem man diese Edelknechte in großer Anzahl in den Ritterstand aufnahm

Gelegentlich wurden sogar tapfere nichtadlige Kriegsknechte zu Rittern geschlagen oder mit dem Schwert umgürtet. Diese Standeserhöhungen waren aber meist nur symbolischer Natur, vergleichbar mit heutigen Ordensverleihungen, denn den so ausgezeichneten Knechten fehlten meist die nötigen finanziellen Mittel, um die Ritterwürde dauerhaft anzunehmen. Einige besonders tapfere Kämpfer wurden sogar mehrere Male zum Ritter geschlagen, blieben aber weiterhin Edelknechte.

 

Knappen

 

Schildknappen begannen ihre Lehrzeit meist mit dem 7. Lebensjahr als Page, um als Diener erste Erfahrungen im höfischen Umgang und dem Adelszeremoniell zu sammeln. Mit 14 Jahren wurden sie feierlich vom Priester vor dem Altar zu Knappen erhoben; dazu erhielten sie ein geweihtes Kurzschwert. Die Ausbildung fokussierte nun verstärkt das Erlernen des Waffenhandwerks. Der Knappe musste nun seinem Herrn beim Anlegen der Rüstung behilflich sein, die Waffen instand halten und die Pferdepflege überwachen. Auf Kriegszügen und zu Turnieren hatte er ihn zu begleiten, ihm die Waffen zu reichen und in jeder Beziehung für ihn zu sorgen. Ausgerüstet mit eigenem Schild, Eisenhut, Kurzschwert, Streitkolben oder Streitaxt, durfte er mitunter selbst am Turnier teilnehmen. Nur mit Langschwert und Lanze, die den Rittern vorbehaltenen Waffen, durfte er nicht kämpfen. Bei Turnieren und Schlachten hatte der Knappe seinen Herrn zu unterstützen. Beim Turnier führte der Knappe dem Ritter das Streitross nach, ein anderer trug Helm, Lanze und Schild. Im Gefecht hielt der Knappe sich hinter seinem Herrn, um ihm Hilfe zu leisten, wenn er verwundet wurde, ihm ein anderes Pferd oder eine andere Lanze zu reichen oder die gemachten Gefangenen in Verwahrung zu nehmen.Hatte der Knappe das 21. Lebensjahr erreicht und sich durch Mut und Treue ausgezeichnet, so empfing er die Schwertleite bzw. den Ritterschlag.

Knappen, die aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht für den Ritterschlag in Frage kamen, versuchten häufig als Edelknechte ein rittermäßiges Leben zu führen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quellen: wikipedia)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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